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Spicken 2.0 — Smartwatches als Lehrerschreck

Lehrer heutzu­tage haben’s nicht leicht. Während die Schüler früher lediglich auf einem kleinen Stückchen Papier oder auf der Tis­ch­platte die Möglichkeit fan­den, let­zte wichtige Noti­zen für den anste­hen­den Test zu notieren, bietet das 21. Jahrhun­dert gle­ich eine ganze Band­bre­ite an Tricks zum Spicken.

Mit Handys und Smart­phones nahm das ganze Lehre­run­heil seinen Anfang. Die Smart­watches brin­gen das ganze jetzt auf eine kom­plett neue Ebene. Die meis­ten Lehrer heutzu­tage kön­nen wohl kaum zwis­chen einer gewöhn­lichen Uhr und beispiel­sweise einer Moto 360 oder der LG Watch R unterscheiden.

Die Frage ist nur bei welchem Lehrer das Spicken durchgeht

Ganz wichtig ist eben nur vorher abzuwä­gen, inwieweit die jew­eili­gen Lehrkräfte über die aktuellen Entwick­lun­gen im Bere­ich Tech­nik informiert sind. Der zerzauste Geschicht­slehrer etwa, der 24/7 in alten Büch­ern wälzt und sich mehr für die diplo­ma­tis­chen Beziehungs­gestricke während der Kaiserzeit inter­essiert, als für das, was im aktuellen Tages­geschehen alles so los ist, wird bisher wohl kaum Wind von den schlauen Uhren bekom­men haben — genauso wenig die teilpen­sion­erte Deutschlehrerin.

Mathe– sowie Physik­lehrer sollte man dage­gen auf keinen Fall unter­schätzen. Trotz ihrer unerk­lär­lichen Nei­gung ver­staubte Nor­wegerpulli und Rauschebart zu tra­gen, haben sie meis­tens ein aus­geprägtes Inter­esse an neuer Tech­nik. Schließlich basiert diese ja auss­chließlich auf logis­chen Prinzip­ien — ist also genau das richtige Spielzeug für sie.

Den­noch, dank den Smart­watches brechen erst­mal glo­r­re­iche Zeiten für alle Spicker an und für die, die zwar gerne die großen Zusam­men­hänge ver­ste­hen, sich aber nicht jede ver­fluchte Jahreszahl oder jede noch so unwichtige Formel merken kön­nen. Ich sage: nutzt die Gele­gen­heit der kom­menden Monate. In schon 1 oder 2 Jahren kön­nten Smart­watches viel zu bekannt sein, als dass sie weiter in Klassen­z­im­mern unbe­merkt blieben.

Ein Spickzettel ist schnell gemacht, andern­falls helfen Apps weiter

Auf Android-Uhren wie der Moto 360 oder der LG Watch R sollte das Anfer­ti­gen von Spickzetteln gar kein Prob­lem sein. Ein­fach eine Notiz erstellen, alle wichti­gen Fak­ten, Daten und Formeln notieren und fer­tig. Sollte der Lehrer durch die Rei­hen spazieren sind die heißen Infor­ma­tio­nen locker und unauf­fäl­lig per Knopf­druck auf den Home But­ton ver­schwun­den und die Smart­watch erscheint wie eine gewöhn­liche Uhr — vor allem wenn ein entsprechen­des Watch­face gewählt wurde.

Bei anderen, älteren Mod­ellen gestal­tet sich das ganze dage­gen ein klein wenig schwieriger, doch auch hier gibt es Lösun­gen. Beispiel­sweise über entsprechende Apps, wie dem Cheat Smar­tExam, welches im Google Play Store für gün­stige 1,20€ erhältlich ist. Diese App ist speziell für die Smart­Watch 2 von Sony konzip­iert und macht alles was ein prak­tis­cher Spickzettel auf dem Smart­phone so kön­nen muss. Über eine dezentes Wis­chen lässt sich durch ver­schiedene Noti­zen blät­tern und im Not­fall genügt ein Knopf­druck und die Tar­nung ist wieder hergestellt.

Smart­watches sind auch bei Vorträ­gen von Vorteil

Bei all dem Spicken und Abschrieben sollte man auch nicht vergessen, dass so eine Smart­watch dur­chaus auch auf legalem Wege durch den Schul– und Uni-Alltag helfen kann. Bei Vorträ­gen oder Refer­aten zum Beispiel eignet sie sich per­fekt um dezent Stich­punkte abzule­sen oder mit Hilfe einer Anzeige der Gliederung wieder in die Spur zu finden, falls man ger­ade ein­mal den Faden ver­loren hat.

Wie schon gesagt nutzt die Chance, die euch Smart­watches bieten und ver­passt euch somit einen kleinen Vorteil, dann wenn er wichtig ist. Denn Ler­nen ist zwar ein wichtiger Bestandteil des Lebens, aber so manche Jahreszahl oder Prozen­tangabe enthält nun wirk­lich kein leben­snotwendi­ges Wis­sen, kann aber den entschei­den­den Unter­schied zwis­chen Beste­hen oder Nicht ausmachen.

Hi, mein Name ist Johann! Ich bin 25 Jahre alt und studiere nun im dritten Master-Semester Human Factors an der TU Berlin. In meinem Studium trifft Psychologie - sozusagen also der Mensch - auf Technik. Genauso ist das auch bei Smartwatches. Daher rührt auch meine Begeisterung für die schlauen Uhren, welches ich gerne auf SmartwatchGuru.de mit euch teilen möchte!